Kostenschätzung

Unsere Architekten haben Gesamtkosten von ca. 3,5 Mio. € kalkuliert. Davon entsteht bis Oktober 2019 unser 31 m breites und 14 m tiefes OurHaus, mit 1306 m² vermietbarer Fläche, inklusive 71 m² für eine Gewerbeeinheit. Diese Kosten werden wir als Genossenschaft gemeinsam mit unseren Partnern und Unterstützern tragen.

Der große Vorteil dieser genossenschaftlichen Finanzierung sind langfristig stabile Dauernutzungsgebühren (Mieten). Jeder Bewohner ist sowohl MieterIn als auch gleichzeitig VermieterIn über den genossenschaftlichen Geschäftsbetrieb. Aus dieser Identität von NutzerIn und EigentümerIn ergibt sich ein Interesse an gleichbleibend bezahlbaren Dauernutzungsgebühren.

Der Finanzplan ist nach dem Kostenprinzip aufgestellt, so dass alle Gelder der Realisierung des unabhängigen, selbstorganisierten Wohnens zu Gute kommen. Privates Vermögen kann auf diese Weise nicht angehäuft werden.

Das benötigte Eigenkapital (ca. 25%) wird zu 20% von den Mitgliedern durch privates Vermögen bereitgestellt. Dieses wird in Form von wohnungsbezogenen Genossenschaftsanteilen zur Verfügung gestellt, die jede Partei abhängig von der genutzten Wohnfläche erwirbt. Sie betragen nach aktuellem Berechnungsstand ca. 570€/m². Möchte man also eine 100m² Wohnung beziehen, müsste man 56.000€ aus eigenen Mitteln aufbringen. Zieht eine Partei wieder aus dem Projekt aus, erhält man seine Einlage nach Ablauf einer Kündigungsfrist vollständig zurück.

5% des Eigenkapitalanteils werden von externen Projekt-Unterstützern zur Verfügung gestellt. Alle die unsere Idee spannend und unterstützenswert findet, können „investierendes Mitglied“ werden. Hierbei erwirbst du sogenannte „nicht-wohnungsbezogene Genossenschaftsanteile“ und wirst ein Mitglied und Partner in der OurHaus eG. Als investierendes Mitglied bist du herzlich eingeladen dich aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. Neben der Chance mit deiner Hilfe ein solidarisches Wohnprojekt zu fördern und damit ein Gegengewicht zu konventionellen Wohnungsmarkt zu schaffen, bieten wir die Möglichkeit, das eingebrachte Kapital zu verzinsen.

Wer sich fragt: „Wo soll ich denn so viel Geld auftreiben?“, dem bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), eine öffentlich geführte Förderbank, die Möglichkeit seine Genossenschaftsanteile zu einem niedrigen Zinssatz und fairen Konditionen zu finanzieren. Hierbei verweisen wir auf das KfW-Wohnungseigentumprogramm (Programmnummer 134). Ihr zahlt dabei sozusagen eure Anteile in Raten bei der KfW ab. 

www.kfw.de

Die verbleibenden 75% finanzieren wir mit Fremdkapital, bereitgestellt durch unsere Finanzierungspartner. Bei der Auswahl unserer Partner achten wir auf ein nachhaltiges, ethisches und ökologisches Portfolio. Wir haben kein Interesse daran, dass unser Finanzierungspartner Projekte der Rüstungs-, Atom- und Kohleindustrie den Rücken stärkt oder mit Nahrungsmitteln spekuliert.

Die Tilgung dieses Fremdkapitals sowie dabei anfallende Zinsen, realisieren wir über die wohnungsgrößenabhängigen Dauernutzungsgebühren. 

Unser Ziel ist es, dass diese Nutzungsentgelder eine Höhe von 8€/m² nicht überschreiten. Darüber hinaus fallen durch Neben- und Verwaltungskosten weitere 2€/m² an, so dass wir als Bewohner über einen längeren Zeitraum zu einem stabilen Gesamtentgelt von 10€/m² im Haus leben können. Anfangs erscheint der Betrag vielleicht im Vergleich zu den umliegenden Mietpreisen etwas hoch. Jedoch ist in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass in den 10€/m² auch schon sämtliche gemeinschaftlich genutzten Räume und Flächen mitinbegriffen sind, so dass man effektiv von einem niedrigeren Mietpreis für die ausschließlich privat genutzten Wohnräume ausgehen kann.