Ziele + Visionen

Einer der größten Vorteile eines Wohnprojektes ist das gemeinschaftliche Zusammenleben. Anstatt sich in Einfamilienhäusern oder anonymen Wohnblöcken zurückzuziehen, wollen wir unsere Vorstellung von gelebter Gemeinschaft umsetzen. Das OurHaus soll uns eine langfristige Perspektive in unserer Wahlheimat Leipzig bieten, um Leben, Aufwachsen und Altern in Gemeinschaft im urbanen Raum zu ermöglichen. Obwohl alle ihren persönlichen, privaten Wohnraum haben, ist es möglich, Gemeinschaft und Zusammenleben in den verschiedensten alltäglichen und außergewöhnlichen Lebensbereichen zu erfahren.

Das Haus bietet durch seine architektonische Struktur viele Begegnungsmöglichkeiten. So trifft man sich z. B. im Gemeinschaftsraum, auf den miteinander verbundenen Balkonen und im großzügig gestalteten Treppenhaus oder nutzt den gemeinsamen Garten, den Bandproberaum und die Werkstatt.

Obwohl das Projekt den Anspruch auf Gemeinschaftlichkeit hat, werden verschiedene Vorstellungen von Privatheit und persönlichen Grenzen respektiert. So hat jede Wohnung eine eigene Küche und es gibt keine Pflicht, die Wohnungstür offen zu lassen.

Die gemeinsame Arbeit am Projekt fördert die Identifikation mit dem OurHaus, dadurch werden Gruppenprozesse angestoßen und persönliche Rollen und Aufgaben gefunden.

Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, zu den Themen Bau, Finanzen, Genossenschaft und Kommunikation die sich regelmäßig treffen und ihre Fortschritte später im Plenum vorstellen. Darüber hinaus wollen wir bestimmte Bauvorhaben, wie den Ausbau der Gemeinschaftsräume und des Gartens, in Arbeitseinsätzen selbst leisten.

In vielen Lebensbereichen kann durch eine gemeinsame Organisation und Nutzung nicht nur Zeit und Geld gespart, sondern auch ressourcenschonend gehandelt werden.

So muss beispielsweise nicht jede Wohneinheit ein Auto besitzen, wenn ein Carsharing-Model im Projekt integriert wird. Einkäufe, auch beim Bauern im Umland, können gemeinsam organisiert werden. Kinder können abwechselnd aus der Schule oder Kita abgeholt werden. In einer gemeinsam betriebenen Werkstatt muss nicht jeder sein eigenes Werkzeug haben. Dasselbe gilt für andere Geräte wie Waschmaschinen, Trockner oder Kühltruhen. Auch ein Gästezimmer können mehrere Wohnparteien gemeinsam planen und nutzen.

Das gemeinsame Feiern des Erreichten und der gewonnenen Selbstbestimmung ist wichtig für die Identität und die positive Energie einer Hausgemeinschaft. Spatenstich und Richtfest können z. B. schon während der Bauphase solche Etappenziele sein. Mit der Zeit werden von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Hausgemeinschaft eigene Formen und Anlässe für Feste geprägt, z. B. der Jahrestag des Einzugs, Sommer- oder Erntefest. Diese können auch öffentlich stattfinden und in den Stadtteil ausstrahlen, so sind z. B. Flohmarkt, Livemusik, Open-Air-Filmvorführungen und andere interaktive Projekte denkbar.

Dabei werden sich Traditionen herausbilden, die stark zur Identität und Ausstrahlung des Projektes beitragen. Innerhalb des Hauses und darüber hinaus wird damit das OurHaus zu einem Anlaufpunkt, der mehr als nur privater Wohnraum ist.